Rat unternimmt Mairundgang
Vertreter von Rat und Verwaltung des Fleckens Liebenau sowie des Gewerbevereines und des Heimatvereines trafen sich jetzt zum traditionellen Mai-Rundgang. Ziel des Rundganges, der per Fahrrad durchgeführt wird, ist die Weitergabe und der Austausch von Informationen zu verschiedenen Projekten vor Ort sowie zur Entwicklung der Gemeinde.
Ausgangspunkt des diesjährigen Rundganges war das Wasserwerk Liebenau an der Glisser Straße, das seit 1977 in Betrieb ist. Betriebsleiter Fred Jobst erläuterte eindrucksvoll die Technik der Aufbereitung von Trinkwasser. Dem in den Sanden der Liebenauer Geest in neun so genannten Vertikalfilterbrunnen gewonnenen Grundwasser wird im Wasserwerk in zwei Filterstufen Eisen, Mangan und überschüssiges Kohlendioxyd entnommen. Die Aufbereitung des Trinkwassers erfolgt mittels einer zwischengeschalteten Belüftung zur physikalischen Entsäuerung auf einer Wellbahn. Im Bereich Liebenau werden mit dieser Technik pro Tag 22.900 m³ Grundwasser zu Trinkwasser aufbereitet. Das so aufbereitete Trinkwasser wird in die Wassertransportleitung „Söse-Nord“ eingeleitet und an Gemeinden im Raum zwischen Nienburg und Bremen abgegeben. Insgesamt werden mit Wasser aus Liebenau rund 120.000 Menschen versorgt.
Weiterer Besichtigungspunkt war die in Liebenau neu gebaute Fischtreppe, ein Blickfang mitten im Ort an der ehemaligen Mühle. Reinhard Nietfeld von der Niedersächsischen Landesbehörde für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sowie Mühleneigentümer Volker Frerk veranschaulichten Sinn und Zweck der neuen Fischtreppe. Diese wurde gebaut, damit Aale, Forellen und andere wandernde Fischarten sich weiter frei im Fluss, und zwar flussaufwärts bewegen können. Da sich die Mühle im Mittelpunkt des Ortes befindet, legte man viel Wert auf eine ansprechende Gestaltung der Fischtreppe, die sich in die Umgebung einpassen, aber gleichzeitig dauerhaft sein sollte. Dabei entschied man sich für eine Optik, die Mauern aus Bruchsandsteinen nachempfunden war. Die Fischtreppe besteht aus 19 miteinander verbundenen kleinen Becken, die sich auf 27 Meter Länge erstrecken und einen Höhenunterschied von rund 2,30 m überbrücken. Eng angelegte Mäander sorgen dafür, dass die Fließgeschwindigkeit herabgesenkt wird, so dass die Fische sich ungehindert bewegen können. Dadurch entsteht eine labyrinthartige Geometrie, die nur in kleinen Abschnitten betoniert werden konnte. Nach jedem Abschnitt wurde die Schalung umgebaut, erst dann konnte das nächste Becken in Angriff genommen werden. 115 Kubikmeter hell sandsteinartig eingefärbter Beton wurden auf diese Weise verarbeitet.
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