Ehrenamtstag 2009 in Pennigsehl

p3250037.JPGDie Feuerwehrleute Werdner Riekmann, Feuerwehr Mainsche, und Jürgen Windhorst von der Feuerwehr Pennigsehl standen im Mittelpunkt des diesjährigen Empfanges der Gemeinde Pennigsehl anlässlich des Tages des Ehrenamts am 25. März. Rund 50 Vertreter der Vereine, Verbände und Institutionen sowie Gewerbetreibende aus dem Dorf waren der Einladung des Bürgermeisters Rudolf Sudhop  in das Dorfgemeinschaftshaus Mainsche gefolgt. Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte der  Spielmannszug Pennigsehl mit flotten Rhythmen. Bürgermeister Rudolf Sudhop hielt folgende Ansprache:

Auch im Jahr 2008 war wieder einmal festzustellen, dass in der Gemeinde Pennigsehl das ehrenamtliche Engagement nach wie vor sehr groß ist und die Bürgerinnen und Bürger bereit sind, Verantwortung zu übernehmen um etwas Gutes und Wichtiges für ihre Heimatgemeinde zu tun.Dieses dadurch entstehende Gemeinschaftsgefühl, das sich im gemeinsamen Arbeiten und Gestalten ausdrückt, erhöht die gemeindliche Identität und gibt den Menschen emotionale Nähe und Lebensqualität. Eine gut funktionierende Infrastruktur, ein intaktes Vereinsleben, eine Bürgerschaft, die miteinander kommuniziert und solidarisch zusammensteht; all das trägt zur Zukunftsfähigkeit und Zufriedenheit bei.Das wichtigste an diesem Abend ist, allem Danke zu sagen, die sich in der Vergangenheit, aber auch im Jahr 2008, ganz besonders für ihre Gemeinde eingesetzt haben - sowohl durch persönlichen Arbeitseinsatz als auch durch die Übernahme von Verantwortung. 

Danken möchte ich heute besonders:

  • den Vereinen, die in den letzten 5 Jahren das Erntefest ausgerichtet haben,
  • der Grundschule Mainsche mit Lehrerinnen, Lehrern, Kindern und dem Förderverein für den jährlichen Frühjahrsputz in Mainsche,
  • ich würde mich freuen, wenn dieser Frühjahrsputz auch in Pennigsehl wieder zur guten Tradition würde. Als Verantwortliche dafür könnte ich mir sehr gut den Heimatverein und die Jugend-Feuerwehr vorstellen.
  • allen Vereinen und Einrichtungen (z. B. Kyffhäuser, Ortsverein SPD, Ortsverein CDU, dem Zusammenschluss „auf dem Berg“ und vielen anderen, die durch Spenden zur Entwicklung und zum Erhalt der Einrichtungen in der Gemeinde beigetragen haben.

Um den Wert ehrenamtlicher Arbeit gibt es unterschiedliche Diskussionen. In Studien zu ehrenamtlicher Arbeit wird der Versuch unternommen, den Wert dieser Arbeit für eine Gemeinde, eine Stadt, ein Land oder auch für den Staat zu berechnen.Dabei geht man meist von der Überlegung aus, was es kosten würde, wenn diese Arbeit von bezahlten Kräften geleistet werden würde, und das ist der Arbeitgeber-Bruttolohn, der von einem externen Unternehmer in Rechnung gestellt würde, wenn man diese Leistung am Markt einkauft.In diesen auch veröffentlichten Diskussionen gibt es aber keine einheitliche Position, ob solche Berechnungen tatsächlich den finanziellen Wert ehrenamtlicher Arbeit abbilden. 

Ich denke, dass man den Wert - Arbeitgeber-Bruttolohn bei bestimmten ehrenamtlichen Tätigkeiten - sogar ansetzen muss, und zwar dann, wenn für diese Arbeit im Ehrenamt eine Ausbildung erforderlich ist, damit sie überhaupt ausgeführt werden kann und darf. 

Das beste Beispiel in der Gemeinde Pennigsehl ist für mich der - Förderverein Freunde des Naturbades - mit der DLRG-Ausbildung - für die Schwimmaufsicht.Hier ist eine qualifizierte Ausbildung erforderlich, damit die Schwimmaufsicht z. B. an den Wochenenden durch freiwillige Helfer überhaupt durchgeführt werden darf. Ohne diese ausgebildeten Personen wäre eine hauptamtliche Schwimmaufsicht erforderlich und das würde weitaus höhere Kosten verursachen.Der Wert dieser ehrenamtlichen Arbeit muss nicht mit dem Arbeitgeber-Bruttolohn  aufgerechnet werden, aber hier ist sicherlich ein Ansatz (auch im Zusammenhang mit der Konsolidierungsmaßnahme für den Erhalt der Grundschule Mainsche) gerechtfertigt, der dem Arbeitgeber-Bruttolohn ziemlich nahe kommt, zumal der Förderverein noch ein enormes Arbeitspensum zum Erhalt und zur Verbesserung unseres Naturbades leistet.Am 14.03. war ein Arbeitseinsatz im Naturbad, an dem auch ich teilgenommen habe. 26 Helfer im Alter zwischen 9 - 70. Dieses Projekt, das noch einige Zeit in Anspruch nimmt, wird den Besuchern im kommenden Sommer viel Freude machen. 

Die Erfahrung zeigt aber auch in unserer Gemeinde, dass ein Teil der Einwohnerinnen und Einwohner sich allerdings nicht mehr zu jeder Tages- und Nachtzeit und zu festgelegten Stunden für ehrenamtliche Mitarbeit zur Verfügung stellt, sondern lieber Projekte betreut und in der ehrenamtlichen Tätigkeit frei entscheiden will, wann und wie er sich einsetzt.Man sollte denen, die sich einbringen wollen, dann auch die Freiheit und die Gelegenheit geben, sich selbst zu entscheiden.Ich habe in den vergangenen Jahren schon darauf hingewiesen, dass Vereine oder andere Einrichtungen, die mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten, deshalb in besonderer Weise darauf achten müssen, diese engagierten Menschen nicht zu überfordern.Was in Pennigsehl und sicherlich auch in vielen anderen Gemeinden passiert,  ist nicht selbstverständlich und darf auch nicht so gesehen werden. Auf jeden Fall ist es besser, als sich mit einem Spruchband vor das Rathaus zu stellen und Dinge einzufordern, die aus bestimmten und uns allen bekannten Gründen  momentan nicht machbar sind. Wichtig ist es, den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen, um dann auch zu entscheiden, was machbar ist.Alle Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Liebenau und damit auch die Gemeinde Pennigsehl wird m. E. am Ende des Jahres 2009 nicht so sehr interessieren was sie bekommen haben, sondern vielmehr was sie nicht bekommen haben. 

Auch aus dieser Sicht ist der Rat Pennigsehl dankbar für ihre Beteiligung zum Erhalt und zur Verbesserung der Lebensqualität in Pennigsehl, Mainsche und Hesterberg. Ich weiß, diesem Dank schließen sich Samtgemeinderat und Verwaltung ganz bestimmt an. 

Es ist aber auch ganz klar, dass Ehrenamtliche diese Arbeit nicht nur machen, weil es Spaß und Freude macht, sondern - und da wird mir der eine oder andere sicherlich zustimmen - sie brauchen auch Anerkennung. 

Es gibt viele, die sich in der Gemeinde Pennigsehl engagieren und die sicherlich alle ein Dankeschön in Form einer Ehrung im öffentlichen Rahmen verdient hätten.Aus diesem großen Kreis werden wir heute 2 Personen ehren, die es noch nicht wissen, aber sich hoffentlich gleich freuen werden. 

Werner Riekmann - FFw Mainsche1969   è        Eintritt in die Feuerwehr d. h.          (40 Jahre dabei)             è        über 25 Jahre aktives Mitglied der 1. Gruppe            è        hat großen Anteil an den Erfolgen der FFw bei Gemeinde-,     Kreis-, und                             Landesentscheidenè                ist heute noch in der Altersgruppe aktiv 

Er hat gerne Führungsaufgaben übernommen und durch seine ganz besondere Art hat er es auch verstanden,  eine Gruppe zusammenzuhalten. Für die Probleme und Sorgen jüngerer Feuerwehrkameraden hat er zu jeder Zeit ein offenes Ohr und er kann sie ganz besonders motivieren, mitzumachen und sich für die Gemeinschaft zu engagieren.Beim Umbau des Gerätehauses vor ca. 10 Jahren war er ein tatkräftiger Helfer, gerade auch deshalb, weil er, wenn es darum geht etwas zu besorgen oder zu erledigen, immer in der ersten Reihe stand und steht.
Ein ganz wichtiger Punkt ist aber, dass auf ihn in der Vergangenheit und auch heute noch immer Verlass war und ist.Das ist, gerade bei der ehrenamtlichen Feuerwehr eine ganz wichtige Eigenschaft, auf die ein Ortsbrandmeister und seine Kameraden sicherlich viel Wert legen.

Jürgen Windhorst - FFw Pennigsehl1968                     è Eintritt in die Feuerwehr Holte 1971                     è Wohnungswechsel nach Pennigsehl (Heirat) 1987 - 1996         è 9 Jahre Ortsbrandmeister in der Ortsfeuerwehr Pennigsehl1990                     è Antreiber und Initiator Gründung der Jugendfeuerwehr 02.07.1993          è Baubeginn Umbau/Erweiterung Feuerwehrgerätehaus PennigsehlSept. 1994           è Fertigstellung 

von den insgesamt 3800 geleisteten Stunden (Eigenleistung) hat dieser Feuerwehrmann einen Großteil selber geleistet und zwar durch hervorragende fachliche Arbeit.Aus Gesprächen weiß ich, dass er mehr oder weniger die Bauleitung übernommen hat und das Gerätehaus ohne seine manchmal hartnäckigen aber trotzdem immer fachlichen Einsprüche nicht so funktionell wäre, wie es jetzt ist.Das war für den Architekten nicht immer so einfach. 

Zum Schluss möchte ich noch einmal allen danken, die sich ehrenamtlich, ganz besonders aber für unsere Gemeinde einsetzen und dadurch ein Stück Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger sicherstellen. Das solide Fundament in unserer Gemeinde ist das Ehrenamt. Wenn das Fundament eines Hauses instabil wird, ist es gefährdet und das wollen wir alle nicht. 

Wichtig ist auch, dass die Vorstände der Vereine erkennen und dem Rat auch mitteilen, wer, aus ihrer Sicht, für eine zukünftige Ehrung in Frage kommen könnte. 

Herzlichen Dank noch einmal an den Dachverein und die Helfer des heutigen Abends bei der Organisation, den Spielmannszug für die musikalischen Einlagen und an alle die hier erschienen sind, um gemeinsam mit uns dieser Veranstaltung einen würdigen Rahmen zu geben.