Neujahrsempfang des Fleckens Liebenau

p1140033.JPGMit Mut und Zuversicht ins Jahr 2009  Wie ein roter Faden zog es sich durch die Rede von Bürgermeister Hans-Georg Mühlenfeld anlässlich des Neujahrsempfangs 2009 im Rathaus der Samtgemeinde Liebenau: „Nur wenn wir bürgerschaftlich zusammenstehen, können wir die Herausforderungen der Zukunft bewältigen.“ Bürgermeister Mühlenfeld begrüßte rd. 130 Gäste im Rathaus der Samtgemeinde Liebenau. Unter ihnen Samtgemeindebürgermeister Walter Eisner, die Bürgermeister Heinrich Schomburg der Gemeinde Binnen und Rudolf Sudhop, Bürgermeister der Gemeinde Pennigsehl. Daneben die Pastoren Hansjörg Malitte der ev. Kirchengemeinde und Anton Sinnigen der kath. Kirchengemeinde sowie den Ehren-Kreishandwerksmeister Claus-Peter Jezek. Landrat Heinrich Eggers, Bundestagsabgeordneter Sebastian Edathy und die Landtagsabgeordneten Karsten Heineking und Grand-Hendrik Tonne hatten sich entschuldigt und übersendeten aber die herzlichsten Grüße.

Die Rede des Bürgermeisters stand unter dem Motto des Luther-Wortes: „Wir sind geboren, um miteinander zu reden.“ Das wird seit 25 Jahren bei den Neujahrsempfängen des Fleckens Liebenau so gehandhabt. Die Bürgerinnen und Bürger, die Gäste, die Freunde, Förderer und Unterstützer des Gemeinwohls, die Vertreter der Vereine und Verbände, Geschäftsleute, Unternehmer reden miteinander. In dieser Kommunikation zeigt sich, die Menschen sind bereit, sich für andere einzusetzen und zu helfen. In Liebenau hat es Tradition, gerade wegen der seit Jahren andauernden unverschuldeten Finanzschwäche auch aus Krisen Chancen zu entwickeln und Entwicklungen einzuleiten, die letztlich dazu führen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger bei einer gut funktionierenden Infrastruktur genauso wohl fühlen und genauso gut aufgehoben sind wie in einer sehr reichen Gemeinde.

Möglicherweise – so Bürgermeister Mühlenfeld - ergibt sich für die Samtgemeinde und damit auch für Liebenau die einmalige Chance, sich durch eine Sonderzuwendung des Landes Niedersachsen aus den größten finanziellen Bedrängnissen zu befreien und wieder mehr finanzpolitischen Spielraum zu gewinnen. Hier müssen allerdings – so Bürgermeister Mühlenfeld – die Räte mitmachen. Er ist zuversichtlich, dass dies so geschehen wird und somit dieser finanzielle „Befreiungsschlag“ gelingt.

Das gemeindliche Handeln hat sich und wird sich ausrichten an den Bedürfnissen der Bürger. Alles was eine Gemeinde tut, tut sie für die Gemeinschaft. Wichtig ist es somit Kooperationen weiterzuentwickeln. Der Zweckverband Linkes Weserufer ist aus diesem Grunde von zentraler Bedeutung für Liebenau.

Der Bürgermeister geht dann auf ein Projekt ein, das die finanziellen Kräfte des Fleckens aufs äußerste beansprucht, aber für die städtebauliche Entwicklung ungeheuer wichtig ist, nämlich der Ankauf und der Abriss der Wohnblocks Königsberger-/Kösliner Straße. Der Flecken Liebenau ist hier auf einem guten Weg und geht zuversichtlich davon aus, dass dieses städtebauliche Projekt in einem überschaubaren Zeitraum zu Ende gebracht werden kann. In diesem Zusammenhang dankt er den Fachbereichsleitern Dieter Korte und Uwe Folk für ihren weit über das normale Maß hinausgehenden Einsatz.

Eine kleine finanzschwache Gemeinde, wie Liebenau, lebt davon, dass sich Menschen für das Gemeinwesen verantwortlich fühlen, sich für die Allgemeinheit einsetzen. Ein besonderer Einsatz für die Demokratie wird durch den ehrenamtlichen Einsatz bei Wahlen deutlich. Der Bürgermeister bedankt sich somit bei langjährigen Wahlhelfern, die manchen Sonntag für diesen Einsatz geopfert haben. Folgende Personen werden mit einer Anerkennungsurkunde ausgezeichnet:

Dieter Neubert, Heinz-Werner Hohensee, Dr. Heinrich Ballmann, Heiko Wolff, Ulrich Ballerstedt, Wolfgang Pohl, Günter Wehrenberg, Karl-Heinz Hentschel, Gerhard Felkel und Hartmut Albe

Für eine Gemeinde ist es auch von großem Vorteil, dass ihr Name überregional, ja bundesweit bekanntgemacht wird. Dies geschieht u. a. durch besondere Leistungen. Hier wird die 1. Mannschaft des Skatclubs Liebenau von 1950 ausgezeichnet, denn diese Mannschaft hat den Aufstieg in die 1. Bundesliga erreicht. Zu dieser tollen Leistung werden Oliver Hauser, Andreas Zernitz, Günter Schierholz, Michael Firmer und Hans-Adolf Bade beglückwünscht. Volker Hamann, der nicht anwesend sein kann, zusätzlich für 20 Jahre Vereinsmeisterschaft.

Ein Höhepunkt im Neujahrsempfang bildet dann die Verleihung der Ehrennadel an Hans-Adolf Bade. Hans-Adolf Bade ist bereits 22 Jahre lang 1. Vorsitzender des Skatclubs Liebenau von 1950 und hat dadurch nicht unerheblich zu den Erfolgen beigetragen. In seiner Präsidentschaft ist auch der Aufstieg in die 1. Bundesliga gelungen.

Im Anschluss daran hält der Wirtschaftsförderer und Tourismusmanager des Zweckverbands Linkes Weserufer Christian Alvermann ein Referat über den Tourismus in der Samtgemeinde Liebenau und im Flecken Liebenau, wobei er insbesondere den Radtourismus darstellt. Er erläutert die beiden bereits beschilderten neuen touristischen Radrundwege in der Samtgemeinde Liebenau, nämlich „Durch Schlucht und Heide rund um Liebenau“ und „Durch die Wesermarsch“. Bei dieser Routenplanung sind die Bürgerinnen und Bürger durch Befragung mit einbezogen worden. Der ehrenamtliche Einsatz war auch hier besonders ausgeprägt, denn Friedrich Buchholz, Fritz Wehrenberg und Klaus Süchting haben sich intensiv in dieses Projekt eingebracht und durch ihre Mithilfe dafür gesorgt, dass die Routen so vorgenommen und in dem Radflyer dargestellt werden können. Christian Alvermann bedankte sich auch besonders bei der Christa Müller von der Samtgemeindeverwaltung, die für Tourismus zuständig ist und auch wesentlich dazu beigetragen hat, dass diese touristischen Projekte umgesetzt werden können. Er geht dann auf die Energie-Entdeckerroute Mittelweser ein, an der die Samtgemeinde Liebenau und der Zweckverband maßgeblich beteiligt sind. Diese Energie-Entdeckerroute umfasst den themengeführten touristischen Radweg rd. 100 Kilometer und führt u. a. auch durch die Samtgemeinde Liebenau.

Der Landkreis Nienburg/Weser wird sich auf der internationalen Grünen Woche touristisch präsentieren. Der Flecken Liebenau und die Samtgemeinde Liebenau werden auf diesem Stand mit dabei sein und die jahrhundertealte Liebenauer Sensenschmiedekunst samt „Sensenschluck“ als Botschaftergetränk mit regionalgeschichtlichen Wurzeln auf diesem Stand präsentieren. Auch einer der Stellvertreter des Samtgemeindebürgermeisters, nämlich Kämmerer Uwe Folk, wird dort offiziell die Samtgemeinde vertreten und Werbung für Liebenau machen. Daneben wird das Altsächsische Gräberfeld Liebenau/Steyerberg vorgestellt. Dies ist ein Standort von herausragender archäologischer Bedeutung. Dieses Projekt, was von Ratsmitglied Peter Krowicky als Art „geistiger Vater“ initiiert und angeschoben worden ist, wird weiterentwickelt werden und zu einem ganz zentralen touristischen Highlight entwickelt werden können. Tourismus bedeutet auch Wirtschaftsförderung, denn erfolgreicher Tourismus schafft wichtige Standortfaktoren, die dazu führen, dass die Bürgerinnen und Bürger sich wohl fühlen, und dies ist eine ganz wichtige Rahmenbedingung.

Der harmonische und stimmige Neujahrsempfang schließt mit der Erkenntnis, dass der Flecken Liebenau sich auf einem erfolgreichen Weg befindet und die Bürgerinnen und Bürger, die Freunde und Unterstützer von Liebenau diesen Weg weiter begleiten werden.