Gelungene Kulturoffensive
Drei Tage “Kultur rund um die Uhr”. In der Samtgemeinde Liebenau stand das vergangene Wochenenden unter dem Motto „Kultur rund um die Uhr“. In Binnen, Liebenau und Pennigsehl fanden abwechslungsreiche kulturelle Veranstaltungen statt. Die Bandbreite reichte von offenen Chorproben über Filmveranstaltungen im Arte-Nostalgie-Kino bis hin zu einem irischen Abend in der Kulturscheune.
Der Startschuss fiel am Donnerstagabend mit einem Filmabend im Arte-Nostalgie-Kino in Liebenau. Gleichzeitig zeigte Martin Guse in der Kulturscheune einen Lichtbildervortrag üb er die Geschichte der Liebenauer Pulverfabrik von 1938 bis 1945.
Am Freitag begab sich eine Erlebnisführung auf den Spuren der Altsachsen in das auf dem Heidberg bei Liebenau gelegene altsächsische Gräberfeld statt. Hier stand die kulturgeschichtliche Entwicklung der Altsachsen im Vordergrund. Das Gräberfeld wurde 1953 entdeckt und hat Liebenau in der archäologischen Fachwelt in den Focus gerückt.
Plattdeutsch ging es nachmittags im Heimathaus „Witten zu“ weiter. Die Pflege der plattdeutschen Sprache fand in Form von Sketchen und einer Lesung statt. Filmfreunde kamen am Abend noch einmal zum Zug. Das Arte-Nostalgiekino lud ein zur Glenn-Miller-Story.
Für Kinder ging es nachmittags in das Reich der Waldfeen in die Binner Schlucht. Dort angekommen, gab es allerlei mit Fernrohren zu entdecken, Schönes und Hässliches zu sammeln, Zartes und Grobes zu lauschen und Glattes und Riffeliges zu ertasten. Baumriesen waren zu bewundern.
Auf dem irischen Folkloreabend sorgten die Folkloregruppen „Die Kapellis“ und „Haggis“ für beste Unterhaltung mit einer geballten Ladung bester handgemachter Folkmusik. Dazu Guinness vom Fass und bester Whiskey – schade nur, es hätten ein paar Gäste mehr sein können.
Am Sonntag führte der Spielmannszuges Pennigsehl eine Offene Probe auf dem Hof Wesemann in Pennigsehl durch. Beim Rundgang auf dem Hof gab es unter anderem im Hausflur alte Wandmalereien auf Putz zu besichtigen, die Ende des 1. Weltkrieges von einem russischen Maler hergestellt worden und bis heute sehr gut erhalten sind.
„Witten Hus“ öffnete seine Türen. Zu bestaunen gab es die Kunst des Klöppelns; die musikalische Umrahmung oblag dem Frauenchor Liebenau.
Ebenfalls öffnete die Kulturgalerie Binnen Tür und Tor. Zu sehen war die beeindruckende Ausstellung „Unter dem Wind Umbiens“: 60 Original-Exponate aus der mittelitalienischen Region Umbrien waren zu bestaunen. Darüber hinaus eine Gemäldeausstellung mit Werken aus dem späten Rokkoko, eine kulturgeschichtliche Bibliothek. Außerdem wurde gezeigt, wie eine Buchruine fachmännisch restauriert werden kann. Im Gartenbereich gab es Baumwurzeln, die in der Art von Holzskulpturen aufgestellt sind, zu sehen.
Den Abschluss der Liebenauer Kulturtage bildete ein Abendgottesdienst in der Kirche Bühren unter musikalischer Mitwirkung des Chores „Frohsinn“.
Angesichts der gebotenen Vielfalt zog Samtgemeindebürgermeister Eisner ein rundum positives Fazit: „Es ist gelungen, ein beachtliches Kulturangebote hinsichtlich Umfang und kulturellen Werten auf die Beine zu stellen. Die Kulturoffensive war eine Bestätigung vieler Talente und Künstler, die ihr Können unserer Dorfgemeinschaften präsentierten.“
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